Alle Artikel in der Kategorie “Chronik

Konzertsommer: Musikalische Farbmalerei

Um es gleich vornweg zu schicken: Die Konzertbesucher waren überrascht, aus wie vielen beweglichen Teilen so eine Konzertharfe besteht. Wann hat man auch schon mal Gelegenheit, ein Meisterinstrument aus der Nähe zu sehen und sogar mit einer Harfistin sprechen zu können? 64 Saiten, dazu sechs Pedale mit jeweils drei Stellungen. Man ahnt vage die Vielfalt der Klänge, die so ein schwergewichtiges Instrument zu erzeugen vermag.

Dargeboten wurden Werke von bekannten Komponisten wie Debussy und Satie bis hin zu zeitgenössischen und wohl nur Kennern bekannten Autoren.  Der Größenunterschied zwischen Flöte und Harfe mag suggerieren, daß Letztere der Flöte die Schau stehlen könnte. Mitnichten! Die beiden Musikerinnen harmonierten ganz vorzüglich miteinander. Viele der Stücke erlaubten es ihnen, sich gegenseitig Themen zuzuspielen, die aufgegriffen und musikalisch entwickelt wurden. Die Künstlerinnen hatten sichtlich Spaß an ihrer Musik. Auch in ihren Solostücken brillierten beide mit technisch sauberem und ausdrucksvoll vorgetragenen Spiel.
Diese Freude an der Musik übertrug sich auf das Publikum – die Kirche war gut gefüllt – und führte wirklich zu der durch den Titel der Veranstaltung suggerierten farbenfrohen und phantasiereichen Malerei mit Instrumenten.

Gegen Tieffluglärm und Kriegsübungen

Ludorf liegt nordwestlich des von der Bundesregierung seit 1992 geplanten Luft-Boden-Schießplatzes in der Kyritz-Ruppiner Heide, dem sogenannten Bombodrom. Solange dauert auch das Tauziehen zwischen Bundesregierung und Bürgerbewegung.

Zu gut erinnern wir uns noch an den permanenten Flugbetrieb der NVA und der sowjetischen Streitkräfte bis zur Wende. Jahrzehntelang wurde in der Heide scharf geschossen, wurden mit großem Aufwand nach der Wende Blindgänger entschärft und der Militärmüll entsorgt, um das Gebiet einer zivilen Nutzung zuführen zu können. Doch nun sollen wieder wie in alten Zeiten Jagdflieger den Ernstfall üben. Nicht nur bundesdeutsche, sondern die gesamte NATO!

Wir sagen Nein! Wir wollen nicht mehr und wir werden dagegen kämpfen. Gegen die systematische Zerstörung unserer Natur, gegen Fluglärm, gegen die Sabotierung der Tourismusbranche, des Hauptwirtschaftszweiges in MeckPomm und Nordbrandenburg.

Die Ludorfer Bürger und ihre Gemeindevertretung sind engagiert im Kampf gegen das Bombodrom. Äußeres Zeichen sind die Hinweisschilder im Bereich der Gemeinde. Was nicht sichtbar ist, ist unsere Unterstützung der Südallianz, dem Zusammenschluß der Kommunen der Region zur Unterstützung der rechtlich klagenden Gemeinden Rechlin und Lärz.

Erntefest 2007

Thomas Stein vom Ludorfer Kulturverein freut sich: Das Erntefest am vergangenen Samstag war wieder mal ein Erfolg. Obwohl es eine Tradition von etwa 50 Jahren hat, ist die Vorbereitung jedes Jahr wieder eine Herausforderung für die Vereinsmitglieder. Dankbar verweist er auf die unverzichtbare Unterstützung durch die fast 30 Sponsoren und viele fleißige Helfer.

Doch sogar bei perfekter Vorbereitung ist eines immer ungewiß: das Wetter. Damit hatten die Ludorfer ausgesprochenes Glück. Die Sonne kam pünktlich und so setzte sich die Schlange aus 18 festlich herausgeputzten Erntefahrzeugen, Feuerwehrauto, Reitern und etlichen Familien mit der Erntekrone an der Spitze bei sonnigem, aber windigem Wetter in Bewegung. Wer nicht selbst mitfuhr oder -ging, stand am Straßenrand und sah zu. Unbedingt erwähnt werden muß, daß in diesem Jahr besonders viele liebevoll restaurierte Oldtimer mit von der Partie waren, vom IFA Pionier über einen alten Deutz bis hin zu den fünf Famulus Traktoren der Marktfrucht GbR.

Nach der Fahrt vorbei an zünftig geschmückten Grundstücken, versammelten sich alle auf dem Reitplatz, wo das Festzelt aufgebaut war. Neben der Prämierung der schönsten Fahrzeuge gab es Spaß und Spannung bei originellen Spielen für Alt und Jung.

Die Anwesenheit so vieler Einwohner wurde von Bürgermeister Andreas Bau genutzt, um ein Schild zu enthüllen, mit dem die Gemeinde zeigt, daß sie sich gegen Tiefflüge wehrt, was allgemein mit großem Beifall aufgenommen wurde.

Zum Erntefest gehörten natürlich auch das gemeinsame Kaffeetrinken, die Röbeler Blasmusik und der abschließende Tanzabend mit etwa 500 Gästen im Festzelt. Und nach der Rocknacht mit der Berliner Band XEXES am Freitag Abend am gleichen Ort, zu der trotz Nieselwetter etwa 70 Besucher gekommen waren, schaut Thomas Stein auf ein ereignisreiches Wochenende zurück, zu dessen Gelingen von der Planung bis Aufräumen am Tag danach viele Unterstützer uneigennützig beigetragen haben.