Der Bücherbus fährt weiter

Wir erlebten zum wiederholten Mal, wie unser Heimatkreis wächst: erst Kreis Röbel-Müritz, dann Landkreis Müritz und nun Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Was blieb und bleibt ist der Bücherbus, die Fahrbibliothek des Landkreises, die Gott-sei-Dank, immer noch finanziert wird. Aber das täuscht, denn wie sich die Anzahl der Kreise verringerte, wurden auch die Bücherbusse weniger. 16 waren es einmal; heute fahren noch ganze vier Stück durch MeckPomm!

Bibliothekar und Busfahrer in einem ist Jörn Bitterlich und auch er ist ebenso eine Konstante, wie der Bus selbst. Seit 20 Jahren tourt er durch das Müritzgebiet. Wenn man einsteigt, denkt man kaum, daß der Bus einen Bestand von ca. 5.000 Medien beherbergt.  2011 wurde im Kreis 40.000 Mal ausgeliehen. Mit mageren 1.500 EUR Budget pro Jahr versorgt sich die Fahrbibliothek mit Neuanschaffungen.

Was können wir Leseratten tun, um diesen Service zu erhalten? Hingehen und Bücher ausleihen, natürlich. Und ein paar freundliche Worte mit Bücherfreund Jörn Bitterlich wechseln, der mit Herzblut bei der Sache ist. mmer Montags in geraden Kalenderwochen um 17:40 Uhr macht der Bus vor dem Gemeindezentrum Station.

775 Jahre Zielow

Elke Enders (Nordkurier): Irgendwas ist anders in Zielow: die auffallend frische Luft, die von der Müritz weht, die vielen Schwalben, die inmitten des Dorfes an einer Pfütze hastig klebrigen Sand picken, um diesen sogleich an einer Stallwand, wo unzählige Nester pappen, zu verbauen. Wo gibt es sowas noch? Und auch die Tatsache, dass das Dorf – sei es auch noch so klein – einen Süd- und einen Nordflügel besitzt, wie  Udo Hackbusch und Gerd Köppen schmunzelnd erzählen – all das macht das Besondere aus. Auch eine Jugendherberge gibt es hier, einen Reitverein, einen Förderverein, der sich um die kleine Fachwerk-Kirche kümmert, einen Campingplatz, viele Tourismusunternehmen, einen Deutschen Meister im Segeln „Laser Radial“… „54 Einwohner, 14 Gewerbeanmeldungen und null Arbeitslosigkeit“, warten Udo Hackbusch und Gerd Köppen mit Zahlen auf. Das ist es, was Zielow ausmacht. Und genau jene Ortschaft, die zur Gemeinde Ludorf gehört, hat am Sonnabend, 9. Juni, Großes vor. Begangen wird die 775-Jahrfeier, zu der Gäste herzlich willkommen sind.

Los geht es um 14.30 Uhr im Kreuzungsbereich, wo gewöhnlich auch das Straßenfest steigt – seit die alte Holperpiste 1994 ersetzt wurde. Das 14. oder 15. Straßenfest stände an. Diesmal werden die Feierlichkeiten mit der 775-Jahrfeier verknüpft. Anders als im Jahr 1987 bei der 750-Jahrfeier soll es aber keinen Umzug geben. Jeder im Dorf sei schon so eingebunden, noch einen Umzug auf die Beine zu stellen, würde den Rahmen sprengen, heißt es. Nichtsdestotrotz soll es vergnüglich zugehen. Mit Blasmusik, Springburg, Ponyreiten, Wettmelken und nicht zuletzt der Fotoausstellung in der Kirche ist für jeden Geschmack etwas dabei. Ab 14.30 Uhr wird zur Kaffeetafel (Geschirr bitte mitbringen) und Tombola eingeladen. Abends gibt es Schwein und Pute am Spieß, zu späterer Stunde Diskoklänge und Live-Musik mit Pete. Auch die Stallung von Gerd Köppen lohnt es aufzusuchen. Dort nämlich hat der Zielower ein buntes Allerlei aus alten Zeiten zusammengetragen.

Seit November werkeln die Einwohner am Programm. „Ab Januar ging es ans Eingemachte“, erzählt Udo Hackbusch. Überhaupt sei der Zusammenhalt im Dorf noch recht in Ordnung. „Das ist wie in einer Familie, mal gibt es Streit, dann ist es auch wieder gut“, sagt Hackbusch. Er selbst ist sozusagen ein Urgestein, hat seine Linie zurück verfolgt, die in Zielow seit Generationen ansässig ist.

So dicht an der Müritz zu leben, wie es die Zielower tun, bedeute Fluch und Segen. Udo Hackbusch weiß, dass sich hier in den 50er-Jahren das Eis auftürmte, einmal wurden ganze Bootschuppen zerdrückt.

Der Name Zielow hat seinen Ursprung in Sylowe (13. Jahrhundert), dann Silow. Der „Ort des Zila“ ist von zilu (slawisch: lebend) abgeleitet. 1237 wurde das Dorf erstmals urkundlich erwähnt, in einer „Bestimmung über das Dobbertiner Kloster“, wo von sechs Hufen die Rede ist, aus denen Einkünfte bezogen werden könnten.

Osterfeuer 2012

Die Kameraden und Kameradinnen der Feuerwehr luden auch 2012 wieder zum Osterfeuer ein. Ab 19 Uhr trotzten wir der Witterung, wärmten uns zunächst innerlich und konnten nach dem langen Winter ausgiebig klönen. Allen die nicht da waren sei gesagt, daß sie was verpaßt haben.

Frohe Ostern!